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  • Was ist eine Rechtsschutzversicherung?

    Rechtsschutzversicherer bieten ihren Versicherungsnehmern aktive Unterstützung durch Rechtsberatung und Übernahme der Prozesskosten, unabhängig davon, ob der Versicherte Kläger oder Beklagter ist. Der Versicherungsschutz gilt für den Versicherungsnehmer und oftmals auch für Mitglieder seines Haushalts. Eine Rechtsschutzversicherung ist normalerweise sowohl für Einzelpersonen als auch für Unternehmen erhältlich.

    Die Versicherungsverträge gelten normalerweise für die meisten Rechtsstreitigkeiten (z. B. über Personenschäden, Verbraucherrechte, Vermögens- und Arbeitsrecht) und manchmal auch für Strafprozesse, die aufgrund einer unbeabsichtigten Straftat eingeleitet wurden. Die Experten des Versicherers können gegebenenfalls und je nach den einschlägigen nationalen Bestimmungen die Interessen des Versicherten von Anfang bis Ende wahrnehmen.

    Außer der Leistung der Rechtsberatung und der Übernahme der dem Versicherungsnehmer möglicherweise entstehenden Prozesskosten bietet die Rechtsschutzversicherung dem Versicherungsnehmer auch Schutz für den Fall, dass ihm die Prozesskosten der Gegenpartei auferlegt werden. Die meisten Versicherungsverträge sehen jedoch für die Gesamtkosten eine Obergrenze vor.

    Rechtsschutzversicherungen können einzeln oder zusammen mit anderen Versicherungsprodukten abgeschlossen werden, z. B. Kfz-Versicherungen, Hausratversicherungen usw. Wird eine Rechtsschutzversicherung zusammen mit einer weiteren Hauptversicherung abgeschlossen, so gilt der Versicherungsschutz für alle vom Hauptvertrag erfassten Rechtsstreitigkeiten.

  • Warum sollte ich eine Rechtsschutzversicherung abschließen?

    Heutzutage benötigen die Menschen immer mehr Rechtsschutz und Hilfe, um allgemeine Streitfälle zu lösen und ihre Rechte aktiv wahrzunehmen und durchzusetzen. Die Zahl der Konflikte und Forderungen, mit denen sich die Menschen auseinandersetzen müssen, nimmt nämlich ständig zu: Verbraucherrechtsstreitigkeiten, Kfz-Streitfälle, Arbeitsrecht usw.

    Darüber hinaus halten die Kosten, die Länge und Komplexität des Rechtsumfelds die Menschen normalerweise davon ab, sich darum zu bemühen, ihr Recht durchzusetzen. Sie fürchten sich nicht nur vor den Kosten, der Dauer und dem ungewissen Ausgang von Prozessen, sondern auch vor den Kosten für juristische Sachverständige. Folglich versuchen viele Menschen nicht einmal, ihre Rechte wahrzunehmen. Demgegenüber wird denjenigen, die eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, von ihrer Versicherungsgesellschaft Hilfe und Unterstützung geleistet, indem sie ihnen rechtliche Beratung entweder unmittelbar oder über einen externen Rechtsanwalt anbieten.

    Darüber hinaus deckt eine Rechtsschutzversicherung sowohl die Kosten des Versicherten als auch die der Gegenpartei, sollte der Versicherte den Rechtsstreit vor Gericht verlieren.

  • Deckt meine Haftpflichtversicherung nicht die Prozesskosten ab?

    Die Haftpflichtversicherung soll Sie gegen Schäden versichern, die sich aus von Ihnen fahrlässig begangenen Handlungen oder Unterlassungen ergeben, und durch die einer anderen Person ein Schaden an ihrem Eigentum oder ihren berechtigten Interessen entstanden ist. Anders ausgedrückt: Die Haftpflichtversicherung ersetzt einem Dritten den Schaden, den Sie durch eine fahrlässige Handlung oder Unterlassung verursacht haben. Der Hauptzweck einer Haftpflichtversicherung besteht somit darin, andere Personen vor den Folgen Ihres Fehlverhaltens zu schützen. Ihr Eigentum und Ihre Interessen sind nicht geschützt, außer davor, für die Schäden anderer haftbar gemacht zu werden. Ihre Haftpflichtversicherung übernimmt zum Beispiel die Kosten für Ihre Verteidigung, falls Sie infolge Ihrer Beteiligung an einem Unfall verklagt werden und der Haftpflichtversicherung daraus ebenfalls ein Nachteil entstehen würde. Sie würde Ihnen jedoch nicht helfen, falls Sie als Geschädigter Klage erheben wollten.

    Im Gegensatz dazu hat die Rechtsschutzversicherung einzig und allein den Zweck, Ihre Rechte durchzusetzen, d.h. Sie, Ihre Interessen und Ihr Eigentum zu schützen. Daher bietet sie die rechtliche Beratung und deckt die Kosten des Rechtsstreits, unabhängig davon, ob irgendeine fahrlässige Handlung vorliegt.

  • Hilft mir meine Rechtsschutzversicherung in Fällen von grenzüberschreitenden Konflikten?

    Normalerweise bietet Ihnen Ihr Rechtsschutzversicherer rechtliche Beratung zu den meisten Rechtsfragen, die Sie haben könnten.

    Manchmal gilt der Schutz Ihrer Rechtsschutzversicherung nur für in bestimmten Ländern auftretende Streitfälle.

    Falls der Geltungsbereich Ihres Versicherungsvertrags begrenzt ist, ist in ihm genau angegeben, für welche Länder und unter welchen Umständen der Schutz gilt.

  • Benötige ich Rechtsschutzversicherung, wenn Prozesskostenhilfe bzw. Rechtshilfe zur Verfügung steht?

    In den meisten Staaten wird eine Prozesskostenhilfe geboten, um zu gewährleisten, dass jedermann effektiven Zugang zur Justiz hat, insbesondere diejenigen mit besonders niedrigen Einkünften. Wo Prozesskostenhilfe angeboten wird, wird - normalerweise vom Gericht – ein Rechtsanwalt benannt, um diese Menschen unentgeltlich zu unterstützen oder sie zu vertreten. Leider wird die Zahl derjenigen, Prozesskostenhilfe benspruchen können, generell kleiner, und sie müssen einen strengen Nachweis ihrer Bedürftigkeit erbringen. Darüber hinaus deckt die Prozesskostenhilfe meistens nur die Kosten von Streitigkeiten, die rechtshängig geworden sind. Folglich deckt sie weder die Kosten außergerichtlicher Einigungen noch die Kosten für die Rechtsberatung.

    Wer sich Sorgen macht, dass er nicht in der Lage sein könnte, sein Recht zu bekommen, weil er sich die unerschwinglichen Kosten eines Rechtsstreits nicht leisten und/oder keine Prozesskostenhilfe beanspruchen kann, sollte in Erwägung ziehen, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Eine Rechtsschutzversicherung ist nämlich ein relativ kostengünstiger Weg, um viele Probleme und Rechtsstreitigkeiten zu lösen.

    Das maximale Einkommen, mit dem Prozesskostenbeihilfe in Zivil- und Handelssachen in den meisten EU-Staaten in Anspruch genommen werden kann, ist auf der Website des European Judicial Network (Europäisches Justizielles Netz) zu finden.

  • Wieviel kostet eine Rechtsschutzversicherung?

    Die Prämie für eine Rechtsschutzversicherung kann von einem Land zum anderen beträchtlich schwanken. Sie hängt weitgehend von dem Deckungsumfang, der Anwendung von Abzugsfranchisen bzw. Selbstbehalten und der Größe einer eventuellen Deckungsgrenze ab (Höchstbetrag, der gezahlt wird). Die Prämie kann von 8 € pro Jahr für einen begrenzten Anwendungsbereich (z.B. Verbraucher-Streitfälle, die mit der Verwendung einer Kreditkarte in Verbindung stehen) bis zu über 200 € pro Jahr für einen umfassenden Versicherungsschutz reichen.

  • Wann kann ich mich an meine Rechtsschutzversicherung wenden?

    Sie können und sollten sich an Ihren Rechtsschutzversicherer immer dann wenden, wenn Sie einen Streitfall zu lösen haben oder mit einem juristischen Problem konfrontiert sind. Ihr Versicherer steht Ihnen während der Geschäftszeiten immer zur Verfügung, viele Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden darüber hinaus eine Beratung täglich rund um die Uhr an. Telefonische Informationen werden stets vertraulich behandelt.

    Bitte vergessen Sie nicht, dass Sie, um Ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch zu nehmen, Ihren Versicherer über das Bestehen eines Rechtsstreits, für den Sie Deckungsschutz wollen, informieren müssen. Sie müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Ihr Versicherungsschutz bestimmte Streitfälle nicht einschließen könnte. In dieser Hinsicht funktioniert die Rechtsschutzversicherung auf dieselbe Weise wie jede andere Versicherung, so muss der Versicherungsnehmer z. B. im Falle eines Autounfalls immer die Versicherungsgesellschaft informieren, wenn er diese Garantie nutzen möchte. Wenn Sie einen Rechtsanwalt kontaktiert haben, bevor Sie Ihren Versicherer über einen Streitfall informieren, achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihrem Rechtsanwalt mitteilen, dass Sie eine Rechtsschutzversicherungsversicherungspolice haben. In diesem Falle sollten entweder Sie oder Ihr Rechtsanwalt sofort Kontakt mit Ihrem Rechtsschutzversicherer aufnehmen.

  • Welche verschiedenen Arten der Rechtsschutzversicherung gibt es?

    Es gibt im Wesentlichen zwei Arten der Rechtsschutzversicherung, und es hängt von der Tradition im jeweiligen Land ab, welche der beiden am meisten verbreitet ist.

    Die Rechtsschutzversicherung als eigenständiges Produkt

    Rechtsschutzversicherung kann als separates und eigenständiges Versicherungsprodukt gekauft werden. In diesem Fall ist der Versicherungsschutz normalerweise weit, aber die Breite des Deckungsschutzes variiert je nach dem abgeschlossenen Vertrag. Ihre Rechtsschutzversicherung kann Verbraucher-Streitfälle, Arbeitskonflikte und manchmal sogar Familienrecht usw. abdecken.

    Die Rechtsschutzversicherung als Zusatzprodukt

    Eine Rechtsschutzversicherung kann auch zusätzlich zu einem anderen Versicherungsprodukt abgeschlossen werden, wie zum Beispiel eine Kfz- oder Hausratversicherung. In derartigen Fällen greift die Rechtsschutzversicherung nur ein, wenn der Konflikt in Beziehung zu dem Bereich steht, der von der Hauptpolice abgedeckt wird. Wurde Ihre Versicherung zum Beispiel Ihrer Motorversicherungspolice hinzugefügt, deckt sie Streitfälle ab, die mit dem versicherten Kfz in Verbindung stehen, und keine anderen Streitfälle, die Sie haben könnten.

    Wenn sie zusätzlich zu einem anderen Produkt verkauft wurde, muss die Rechtsschutzversicherung entweder Gegenstand eines anderen Vertrages oder in einem abgetrennten Abschnitt der Hauptpolice enthalten sein. In bestimmten EU-Ländern muss die Prämie auch separat von der Prämie der Hauptversicherung angegeben werden.

  • Wie funktioniert die Rechtsschutzversicherung und gibt es Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten?

    In der Rechtsschutzversicherungs-Richtlinie (Richtlinie 87/344/EWG vom 22. Juni 1987, bzw. Richtlinie 2009/138/EC) wurden mehrere Grundprinzipien eingeführt (zum Beispiel interne Organisationssysteme der Gesellschaften, die Möglichkeit, Rückgriff auf einen Rechtsanwalt und Schiedsgerichtsverfahren usw. zu nehmen) und auf EU-Niveau wurde festgelegt, wie eine Rechtsschutzversicherung funktionieren sollte. Die Mitgliedstaaten waren für die Umsetzung der EU-Vorschriften in nationales Recht verantwortlich, und ihnen oblag die Einführung detaillierterer Vorschriften. Diese detaillierten Vorschriften wurden nach den nationalen juristischen und kulturellen Traditionen eingeführt. Daher ändert sich die Art der Dienstleistungen, die von Rechtsschutzversicherungen ausgeführt werden kann, von einem Land zu anderen: Sie reichen von der bloßen Übertragung des finanziellen Risikos eines Rechtsstreits (z. B. in Deutschland) bis zur Bereitstellung von Rechtsdienstleistungen wie der Vertretung vor Gericht (z. B. in den Niederlanden).

    Im Allgemeinen sollten Sie, sobald der Streit entsteht, immer Ihren Rechtsschutzversicherer kontaktieren, um beraten zu werden, wie weiter zu verfahren ist. Je nach dem Deckungsbereich Ihres Vertrages wird juristischer Rat nur in bestimmten Bereichen des Rechts (z.B. Arbeitsrecht) oder für jede Art von Streitfall geliefert. Jedenfalls müssen Sie immer Ihren Rechtsschutzversicherer informieren, wenn Sie für einen bestimmten Streitfall abgedeckt sein wollen oder wenn Sie wollen, dass Ihnen die Prozesskosten zurückerstattet werden

    Wenn es vom nationalen Recht erlaubt ist, wird Ihr Versicherter Ihnen beistehen, Ihren Streitfall entweder außergerichtlich oder vor Gericht zu schlichten. Bevor Sie einen Fall vor Gericht bringen, könnte es vorteilhaft sein, zuerst zu versuchen, den Streit außergerichtlich beizulegen. Außergerichtliche Schlichtungen werden im Allgemeinen zunehmend als der wirksamere Weg gesehen, den Bürgern Zugang zur Justiz zu verschaffen und die Länge, Kosten, und Unsicherheit von Gerichtsverfahren zu vermeiden. Wenn eine zufriedenstellende außergerichtliche Einigung jedoch nicht erreicht werden kann, wird ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Immer wenn es vom nationalen Gesetz erlaubt ist, wird Ihnen Ihr Rechtsschutzversicherer helfen und Sie während des gesamten Verfahrens, vom Anfang bis zur Beilegung, unterstützen und beraten, sogar dadurch, dass er Sie vor Gericht vertritt. Falls Sie mit Ihrem Versicherer nicht darüber einig sind, wie Ihr Streitfall oder Ihre Forderung geregelt werden sollte, können Sie immer einen Schlichter bitten, die Streitigkeit zu lösen.

    Aufgrund der spezifischen rechtlichen und kulturellen Tradition des jeweiligen Landes wurden verschiedene Typen von Rechtsschutzversicherungen entwickelt. So gibt es in Großbritannien zum Beispiel neben der BTE-Rechtsschutzversicherung („Before the Event“ - vor dem Ereignis), die abgeschlossen wird, bevor ein Streitfall entsteht, auch die sogenannte ATE-Versicherung („After the Event“ - nach dem Ereignis). Die ATE-Versicherung wird benutzt, um die Prozesskosten in Fällen abzudecken, in denen das strittige Ereignis bereits passiert ist, trotzdem müssen die Kosten des Rechtsfalls erst noch entstehen, oder das Verfahren hat noch nicht begonnen. Sie schützt den Kunden vor dem Risiko, Kosten der Gegenpartei und die Kosten ihrer eigenen Aufwendungen bezahlen zu müssen, sollten er den Fall verlieren. Die Police wird normalerweise auch Versicherungsschutz für die ATE-Prämie selbst bieten, und diese kann zurückgefordert werden, wenn der Fall nicht erfolgreich ist. Wie bereits erwähnt, ist die ATE-Versicherung ein spezielles Merkmal des britischen Marktes und ist normalerweise nur in Fällen erhältlich, in denen die Erfolgschancen hoch sind und der Versicherer daher seine Kosten von der anderen Seite gerichtlich erlangen kann.

  • Welches Recht gilt für die Rechtsschutzversicherung?

    Die Grundprinzipien, welche die Rechtsschutzversicherung regeln, wurden auf EU-Niveau durch die Rahmenrichtlinie 87/344/EWG vom 22. Juni 1987 (bzw. Richtlinie 2009/138/EC) festgelegt, während ausführlichere Vorschriften von den Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene eingeführt wurden. In der Richtlinie wird nur in allgemeinen Worten der Umfang der Dienstleistungen definiert, die von Rechtsschutzversicherern ausgeführt werden können, und ihr Hauptziel besteht darin, soweit wie möglich Interessenkonflikte zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer zu verhindern. Ein Interessenkonflikt entsteht zum Beispiel, wenn der Rechtsschutzversicherer beide Seiten eines Streitfalls abdeckt.

    Die Richtlinie enthält insbesondere folgende Bestimmungen:

    • Mindestanforderungen für Zusatzprodukte.
    • Drei alternative interne Organisationssysteme, die vom Versicherungsunternehmen ge wählt werden können.
    • Das Recht des Versicherungsnehmers, im Falle einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und dem Versicherer über die Regelung eines Streitfalls Schlichtung in Anspruch zu nehmen.
    • Genaue Vorschriften und Bedingungen, die das Recht des Kunden bzw. der Kundin regeln, seinen/ihren Rechtsanwalt frei zu wählen.

    Da durch die Richtlinie nur Grundregeln eingeführt wurden und weil die nationalen Bestimmungen voneinander abweichen, sind die Dienstleistungen, die von Rechtsschutzversicherern erbracht werden dürfen, sehr unterschiedlich. In einigen Ländern können Rechtsschutzversicherer nur die Kosten eines Streitfalls abdecken (z. B. in Deutschland), während sie in anderen Staaten ihre Versicherten sogar bei Gerichtsverfahren vertreten können (z. B. in den Niederlanden).

  • Welche Vorschriften gewährleisten, dass Rechtsschutzversicherung funktioniert?

    Die Rechtsschutzversicherung ist in Bezug auf Versicherungsleistungen zahlreichen Gesetzen, und, falls Rechtsdienstleistungen erbracht werden, auch den Vorschriften unterworfen, die diese regeln. Darüber hinaus überwacht und kontrolliert in jedem EU-Mitgliedstaat eine nationale Aufsichtsbehörde die Aktivitäten der Versicherer (die Liste der Aufsichtsbehörden steht zur Verfügung unter: http://ec.europa.eu/internal_market/insurance/links/index_en.htm) und überprüft die Einhaltung der einschlägigen Rechtsvorschriften. Im Allgemeinen haben die EU-Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene auch einen Versicherungs-Ombudsmann eingesetzt, der sich mit den Beschwerden von Verbrauchern befasst.

    Ferner haben Kunden die Möglichkeit, die Tätigkeiten von Versicherern zu kontrollieren, indem sie Klagen beim Ombudsmann oder einem anderen nationalen System einreichen, das für die Streitschlichtung zuständig ist. Dies ist immer möglich, wenn ein Kunde eine Beschwerde oder ein Problem mit seinem Versicherer hat. Das verantwortliche System wird den Fall regeln, und die Entscheidungen sind in der Regel für den Versicherer bindend. Ist hingegen der Versicherte mit der Entscheidung nicht zufrieden, kann er seinen Anspruch immer im regulären vom nationalen Recht vorgesehenen Rechtsweg durchsetzen. Darüber hinaus haben die meisten Versicherer eine Beschwerdestelle, um Kundenbeschwerden zu managen oder auf ihre Unzufriedenheit zu reagieren. Diese Beschwerdestelle des Versicherers wird versuchen, den Fall so schnell und effizient wie möglich zu erledigen. Auf diese Weise hilft kann der Versicherer die Bedürfnisse der Kunden besser verstehen und Vorschläge sammeln, um den Versicherungsnehmern besser zu dienen.

    Um zusammenzufassen: Die von Rechtsschutzversicherern angebotenen Dienstleistungen sind mehr externen und internen Prüfungen und Kontrollen unterworfen, als die vieler anderer Dienstleister. Das ist eine der Garantien für die Qualität und Sorgfalt der Leistungen der Rechtsschutzversicherer.

  • Gibt es neben gesetzlichen Anforderungen auch andere Garantien für die Qualität der Rechtsschutzversicherung?

    Die Mitglieder von RIAD setzen sich aktiv dafür ein, die Qualität und Sorgfalt der von ihnen angebotenen Dienstleistungen zu fördern und zu steigern. Als Ausdruck ihres Engagements haben sie sich dem Verhaltenskodex der Vereinigung unterworfen, und einige nationale Sektionen von RIAD haben zusätzlich auf nationaler Ebene detailliertere Verhaltenskodizes eingeführt.

    Außerdem haben RIAD Mitglieder individuelle Wege gefunden, um die Qualität ihrer Dienstleistungen zu gewährleisten. Viele Versicherer unterziehen sich einer externen Qualitätskontrolle und haben Zertifizierungen erhalten, wie zum Beispiel ISO 9001; ISO/IEC 27001, ISO 14001 usw. Dadurch sind eine unabhängige Prüfung ihrer Buchführung, die Nachprüfbarkeit ihrer Einnahmequellen und der Qualität der gebotenen Dienstleistungen gewährleistet.

    Die meisten Rechtsschutzversicherer haben auch eine interne Stelle, um sich der Wünsche, Forderungen und Anfragen von Kunden anzunehmen. Sie sammeln im Allgemeinen Informationen über Beschwerden, um ihre Dienstleistungen zu verbessern. Außerdem führen die Versicherer regelmäßig Kundenbefragungen durch, um die Kundenzufriedenheit zu ermitteln und Vorschläge der Kunden zu sammeln.

    Rechtsschutzversicherer überwachen ihren Vertrieb und wie die Kunden informiert werden. Außerdem suchen sie ihre Versicherungsmakler und Vermittler sorgfältig aus und stellen sicher, dass alle ihre Partner hohe Qualitätsstandards erfüllen. Hierzu werden zum Beispiel Testeinkäufe („Mystery shopping“) oder andere Kontrollmechanismen eingesetzt.

  • Wie können Rechtsschutzversicherungen den Zugang zu Recht und Gesetz erleichtern?

    Der Zugang zum Recht gilt als ein Grundrecht. Aber wer seine Rechte durchsetzen will, muss hohe Kosten aufwenden und lange und mühsame Gerichtsverfahren in Kauf nehmen. Außerdem haben die Regierungen die Mittel für Prozesskostenhilfe reduziert, so dass immer mehr Bürgern die finanziellen Mittel vorenthalten werden, die sie zur Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte benötigen. Dadurch ist vielen Menschen, für die die damit zusammenhängenden Kosten ein ernstes Problem darstellen, der Zugang zu Recht und Gesetz erschwert worden.

    In diesem Fall können Rechtsschutzversicherungen eine wertvolle Lösung bieten: Sie gewähren qualitativ hochwertige Rechtsberatung, unterstützen ihre Kunden, nehmen deren Interessen in den erforderlichen Verfahren wahr und nehmen nicht zuletzt die finanzielle Last von den Schultern der Bürger. All dieses wird für eine verhältnismäßig niedrige Jahresprämie geboten.

    Somit stellen Rechtsschutzversicherer ihren Kunden die grundlegenden Mittel zur Verfügung, damit diese ihre Rechte verfolgen können, wodurch ihr Zugang zum Recht tatsächlich erleichtert wird.

  • Was ist notwendig damit Rechtsschutzversicherungen weiterhin ihre Aufgabe erfüllen können, den Zugang zum Recht zu erleichtern?

    Damit Rechtsschutzversicherungen den Zugang zum Recht erleichtern können, ist es wichtig, dass sie bezahlbar und allgemein verfügbar ist. Deshalb muss das rechtliche und operationelle Umfeld der Rechtsschutzversicherung so einfach und flexibel wie möglich gehalten werden. Aufwändige und kostspielige Beschränkungen sind zu vermeiden weil dies letztlich zu einem Anstieg der Versicherungsprämien führen würde, was für diejenigen, die Zugang zum Recht suchen, von Nachteil wäre.

  • Weshalb können Rechtsschutzversicherungen ihren Kunden die bestmögliche außergerichtliche Streitbeilegung anbieten?

    Allgemein ist ein zunehmendes Interesse an der außergerichtlichen Streitbeilegung festzustellen. Der nationale und der EU-Gesetzgeber legen immer mehr Wert auf alternative Wege zur Streitbeilegung, z. B. durch Schlichtung/ Mediation. Diese gilt oft als sehr effizient, da sie es ermöglicht, den Dialog zwischen den Parteien wiederaufzunehmen und Lösungen auszuhandeln, die für beide Parteien annehmbar sind. Ziehen die Parteien hingegen vor Gericht, finden sie sich in der Regel in einer von Streit und Konfrontation geprägten Zwangssituation wieder, bei der eine Partei gewinnt und die andere verliert.

    Wenn das nationale Recht dem Versicherer die Möglichkeit bietet, seine Kunden außergerichtlich zu vertreten, stellt er einen Sachverständigen, der dabei hilft, den Streit beizulegen. Normalerweise haben die Mitarbeiter der Rechtsschutzversicherungen spezielle Kenntnisse und ein umfangreiches Wissen über die Art von Rechtsstreitigkeiten erworben, die am häufigsten von der Rechtsschutzversicherung gedeckt sind. Diese Experten sind darin geübt, Verhandlungen in zahlreichen Gebieten zu führen. Dadurch können sie die verschiedenen Umstände, die Verantwortlichkeiten und die möglichen Ergebnisse einer Streitigkeit am effektivsten beurteilen. Wenn Sie außerdem ein Sachverständigengutachten, zum Beispiel von einem Arzt oder einem Architekten, benötigen, wird Ihnen Ihre Rechtsschutzversicherung einen solchen Sachverständigen zur Unterstützung Ihrer Forderung vorschlagen.

    Einige Mitglieder von RIAD bieten Ausbildungskurse für Schlichter/ Mediatoren an und alle investieren fortlaufend in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter, damit deren Wissen immer auf dem neuesten Stand ist.